DHB-Pokal, Frauen (2. Runde)

Pokalaus für die TGN in Waiblingen

Letztlich nichts zu holen gab es beim Tabellenzweiten der 2. Bundesliga in der Pokalauseinandersetzung in der Waiblinger Rundsporthalle. Obwohl die TG Nürtingen den Lokalrivalen beim Württembergderby über drei Viertel der Spielzeit in größte Verlegenheit brachte, musste sie am Ende noch eine deftige Niederlage hinnehmen. Mit 29:21 brachte Waiblingen den Sieg unter Fach und Fach und qualifizierte sich damit für das Viertelfinale.

Eigentlich hatte Trainer Stefan Eidt der Partie bei den Tigers in Waiblingen keine große Bedeutung beigemessen. Als es dann aber in der Rundsporthalle losging, war der Ehrgeiz eben doch vorhanden. „Wir haben zweiundvierzig Minuten lang gut gespielt und fast alles richtig gemacht, dann habe ich aber eine Auszeit genommen, um anlässlich der herrschenden Überzahlsituation entsprechende Direktiven auszugeben,“ erläuterte Eidt seine Maßnahme. „Der Schuss ging aber wohl nach hinten los,“ musste Eidt eingestehen. Für einige Minuten hielten sich seine Schützlinge noch an die ausgegebene Marschroute, um danach aber völlig den Faden zu verlieren.

Selmeci und van de Polder setzen Akzente

Dabei hatte das Spiel eigentlich gut für die Turngemeinde begonnen. Anstelle der verletzten Lea Schuhknecht setzte dabei vor allem Sarolta „Charly“Selmeci die Akzente auf der halblinken Position. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten hatte sich die TG Nürtingen gefangen und bereitete den „Tigers“ mächtig Schwierigkeiten. Aus einer gut arbeitenden Abwehr entwickelte die TG Nürtingen auch genügend Angriffsdruck, um immer wieder in beste Ausgangspositiotnen zu gelangen. Einmal mehr konnte die Turngemeinde aber ihre Chancen nicht optimal nutzen. Drei Mal von der Siebenmeterlinie und zwei Mal frei vor Torfrau Hoogenkamp, scheiterte die TGN im Abschluss. Zur Ehrenrettung muss aber eingeräumt werden, dass dabei auch drei Mal das Aluminium den Erfolg der Turngemeinde verhinderte. „Mit der ersten Halbzeit bin ich auch sehr zufrieden,“ räumte Eidt ein und ergänzte, “dass wir in der Abwehr sehr gut gearbeitet haben und van de Polder Gelegenheit gegeben haben sich auszuzeichnen.“ Weiter setzte er fort, „dass wir das Waiblinger Tempospiel erfolgreich unterbunden haben und im Angriff die Entscheidung gesucht wurde.“ Vor allem Selmeci hatte die Vorgaben von Eidt diesbezüglich beherzigt. Acht Treffer der Halblinken trugen wesentlichen zur verdienten 12:11 Halbzeitführung der TG Nürtingen bei.

TG Nürtingen bleibt nach Seitenwechsel dran

Beide Trainer nutzten die Gelegenheit, um allen Spielerinnen Spielanteile zu verschaffen. „Meine Spielerinnen haben alle gut gespielt,“ attestierte beispielsweise Nicolaj Andersson vom VfL Waiblingen seinen Schützlingen. Obwohl diese immer wieder mit hohem Tempo Überrumpelungsversuche unternahmen, hielt die TG Nürtingen weiterhin gut dagegen. Körperlich unterlegen, denn allein fünf der Waiblinger Ballwerferinnen verfügten über das Gardemaß einer Lea
Schuhknecht, während auf Nürtinger Seite nur Sarolta Selmeci in diesem Aspekt mithalten konnte, sah sich die Turngemeinde gezwungen, spielerisch ihre Trümpfe auszuspielen. Dies gelang auch bis zu jener besagten Auszeit in der 42. Minute. „Da wir in letzter Zeit in Überzahl zu hektisch waren, habe ich versucht nach der Zeitstrafe für Kynast noch einmal die Konzentration zu bündeln,“ begründete Eidt . Vor der Auszeit lag die TG N noch mit 16:15 in Front und hatte noch beste Aussichten. Als aber gleich darauf Selmeci für zwei Minuten vom Feld musste, wendete sich das Blatt. „Leichte Ballverluste und der Waiblinger 4:1 Lauf (22:18, 49.) haben uns dann die Motivation geraubt,“ sah Eidt als maßgebliche Gründe für den weiteren Verlauf. Bei der Turngemeinde lief nicht mehr viel zusammen, während Waiblingen aus allen Chancen verwerten konnte. „Leider ist dann auch unsere Abwehr auseinandergefallen, weshalb auch Jesse van de Polder wenig Chancen hatte und auf sich allein gestellt war,“ nahm Eidt seine Torfrau in Schutz, die in dieser Phase fast jeden Waiblinger Torwurf passieren lassen musste. Wie reife Früchte vielen nun die Tore für Waiblingen und Trainer Nicolaj Andersson konnte zufrieden feststellen, dass seine Mannschaft „in den letzten zwanzig Minuten die bessere Mannschaft war“. Die TG Nürtingen hatte nicht mehr viel zuzusetzen und musste mit dem 29:21 noch eine deutliche Niederlage hinnehmen.
„Gegen Lintfort brauchen wir eine andere Einstellung,“ wies Eidt auf die Partie am nächsten Samstag hin und setzte fort, „dass einfach die ganze Mannschaft gefordert ist und alle die Entscheidung suchen und Verantwortung übernehmen müssen.“

VfL Waiblingen: Hoogenboom, Pavic; Kynast (5/1), da Silva, Schraml (2), Hagen (4), Hammer (3), Smits (1), Padutsch (5), Berisha (1), Nikolovska (3), Ridder (1), Jäger (4)

TG Nürtingen : van de Polder, Hesel; Kuhrt (1), Fischer (3), Wieder (1), Cleve (3), Welser, Siller, Selmeci (10/3), Klotzbücher, Bauer (2), Treusch (1)

Schiedsrichter: Katharina Heinz / Sonja Lenhardt (Süßen/Wernau)

Zeitstrafen: Kynast, da Silva Hammer – Fischer, Cleve, Selmeci, Treusch

Zuschauer: 140