2. Bundesliga, Frauen:

Punkte entgleiten in den letzten Minuten

Ganz nah dran war die TG Nürtingen beim Spiel gegen Beyeröhde, die ersehnten Punkte einzufahren. Zwar hielt die Turngemeinde stets bravourös gegen und übernahm zwischendurch auch die Führung, jedoch ließ sie zu viele große Chancen liegen und verpasste am Ende mit der 28:26-Niederlage wieder einmal knapp die Punkte.

Für beide Mannschaften stellte die Partie in der Buschenburg eine große Herausforderung dar. Beyeröhdes Trainer Schwarzwald musste auf eine ganze Reihe von Verletzten verzichten und hatte lediglich acht Feldspielerinnen zur Verfügung. Der ohnehin schmale Kader der TG Nürtingen musste ohne Lenya Treusch auskommen, die per Zweifachspielrecht für Bietigheim 2 auflief.
Analog zu den örtlichen Witterungsverhältnissen entwickelte sich die Partie zwischen dem TV Beyeröhde und der TG Nürtingen in Wuppertal-Langerfeld: Stürmisch und mit reichlich Niederschlag präsentierte sich die Natur im bergischen Land, entsprechende Abläufe ergaben sich auch in der Halle. Viel Tempo herrschte auf beiden Seiten in der Offensive und die Abwehrreihen vermochten die Niederschläge in Form von Toren nicht zu verhindern.

Nachlässige Abwehrreihen auf beiden Seiten

„Beide Abwehrformationen waren im ersten Viertel nicht gut“, befand Stefan Eidt in seiner Analyse der ersten Halbzeit. Beyeröhde hatte mit einer offensiven 3-2-1-Deckung seine Probleme mit den taktisch hervorragend ausgespielten Angriffszügen der TG Nürtingen. Auf der anderen Seite wirkte die 6-0-Formation der TGN am eigenen Kreis zu statisch um die wuchtig vorgetragenen Angriffe vor allem von Beyeröhdes Johanna Feldmann aus dem Rückraum entscheidend zu stören. Das 9:8 (Fabisch, 13.) legt dafür ein beredtes Zeugnis ab. Für die Zuschauer gab es jedenfalls reichlich zu sehen und die Luft in der Halle knisterte förmlich vor Spannung. Trotz zwischenzeitlicher Führung gelang es aber der Turngemeinde nicht, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Im Gegenteil. Es schlichen sich nach starkem Beginn erste Fehlwürfe im Angriff ein. Eidt versuchte mit einer Auszeit gegenzusteuern, jedoch zeigte sich seine Mannschaft beim Abschluss weiter verunsichert. Zur Halbzeitpause reichte es lediglich zu einem 15:17-Rückstand. „Wir hatten in der ersten Halbzeit eine sehr gute Wurfeffektivität“, bescheinigte Martin Schwarzwald seinen Beyeröhder Handballgirls.

TGN stellt Abwehr um

Aus den Erfahrungen der ersten Halbzeit zog Stefan Eidt Konsequenzen und stellte auf eine 5-1-Abwehrformation um. Der Erfolg sollte nicht lange auf sich warten lassen. Zunehmend gelangen den Nürtingerinnen Ballgewinne über die Abwehr, die aber nicht die gewünschten Erfolge brachten. „25 Fehlwürfe aus zum Teil sehr guten Positionen waren einfach zu viel, um das Spiel für uns zu entscheiden“, damit bezeichnete Eidt das grundlegende Manko bei seinem Team. Während sich die Abwehr weitaus besser in Szene setzte als im ersten Durchgang, konnte die Offensivabteilung nicht richtig überzeugen. Trotz imponierender Aufholphasen und gelegentlicher eigener Führung wie beim 22:23 (Fischer, 46.) wirkte Nürtingen weiterhin unsicher.
„Wir waren im Angriff gehemmt und haben unsere Aktionen nicht zu Ende gebracht“, lautete der Kommentar von Eidt. Obwohl bei Beyeröhde die Kräfte und damit auch die Zielsicherheit schwanden, erkämpften sie sich immer wieder Bälle in der Abwehr, aus der besonders Torhüterin Krückemeier herausstach. Mit Tempogegenstoß und erster Welle fielen das 25:23 und 27:24 (50. und 54.) vor allem durch die schnelle Linksaußen Hufschmidt und damit gelangen entscheidende Aktionen für die Gastgeberinnen. „Es hat schließlich die Mannschaft gewonnen, die den Sieg mehr gewollt hat“, bescheinigte Stefan Eidt dem TV Beyeröhde. Trotz weiterer guter Aktionen traf die Turngemeinde nicht immer ins Ziel und musste mit dem 28:26 dem TV Beyeröhde die Punkte überlassen. „Beyeröhde hat verdient gewonnen, obwohl wir uns spielerisch gut präsentiert haben“, stellte Eidt fest. Der gegnerische Trainer Schwarzwald hingegen war reichlich angetan von seiner Rumpfmannschaft, die „aufopfernd gekämpft und auch dank einiger Nürtinger Fahrkarten diesen Sieg nach Hause gebracht hat“. Die TG Nürtingen hat es leider versäumt sich für eine gute Leistung zu belohnen. Dafür hätte es einer größeren Portion Kaltschnäuzigkeit bedurft, an der es in letzter Konsequenz jedoch mangelte.

TV Beyeröhde: Krückemeier, Centini; Michailidis, Fabisch (5/2), Hufschmidt (3), Heldmann (8), Tomlik (4), Kamp, Knippert (6/2), Havel (2)

TG Nürtingen: van de Polder, Hesel, Lukau; Kunicke (1), Fischer (2/1), Wieder (1), Cleve (2), Schuhknecht (8), Breidert (3/2), Quattlender (6), Bauer (2)

Schiedsrichter: Markus Kauth / Andre Kolb (Taufkirchen / Augsburg)

Zeitstrafen: Michailidis (2) – Kunicke (2), Schuhknecht

Zuschauer: 170

 

Link Homepage Gegner:

TV Beyeröhde-Wuppertal