2. Bundesliga, Frauen:

Derbysieg gegen Waiblingen

In einem unterhaltsamen Zweitligaderby behielt die TG Nürtingen am Ende knapp die Oberhand und behielt durch den 31:28-Sieg die Punkte am Neckar. Zunächst waren die Gäste die spielbestimmende Mannschaft, doch vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit zog die TG Nürtingen davon. Nach einer Aufholjagd drohte die Partie zu kippen, doch die TGN behielt die Nerven und fuhr den Sieg ein.

Die Rahmenbedingungen waren hervorragend, die Halle gut gefüllt. Darunter war auch die stark vertretene Jugendabteilung des TSV Weilheim mit Eltern, deren Kinder als Einlaufkinder fungierten. Die Tigers aus dem Remstal legten los wie die Feuerwehr und in den ersten fünfzehn Minuten hatte man das Gefühl, die TG Nürtingen wird überrannt. Vor allem mit der offensiven Abwehr der Gäste kam die Eidt-Truppe überhaupt nicht zurecht und Waiblingen war durch die erste und zweite Welle sowie die schnelle Mitte brandgefährlich. Und so legten die Gäste zunächst vor. Über 1:3 und 2:5 (6.) wurde die Führung ausgebaut. Doch trotz weiterhin optischer Überlegenheit Waiblingens pirschte sich die TGN langsam heran. Durch einen verwandelten Strafwurf der stark spielenden Nina Fischer sowie Verena Breidert war der Anschluss wiederhergestellt (8.). Als kurz darauf Lea Schuhknecht die bereits dritte Zeitstrafe des Spiels kassierte, stellten die Gäste wieder auf drei Treffer vor (6:9 Gruber, 15.) und TGN-Trainer Stefan Eidt bat seine Mannschaft zur Auszeit. Mit Carmen Siller für Lea Schuhknecht reagierte er auf die offensive Gästeabwehr, doch zunächst waren weiterhin die Tigers am Zug. Nach dem 7:11 durch Hanna Hojczyk kam die TGN ins Rollen und drei Treffer in Folge durch Breidert, Fischer und Bauer stellten den Anschluss her. Daraufhin reagierte Gästecoach Andersson und zog die Grüne Karte. Die TG Nürtingen wechselte nun im Tor und Jesse van de Polder durfte nun zwischen die Posten. Und sie konnte sich gleich auszeichnen und den ersten freien Wurf auf den Kasten entschärfen. Verena Breidert war es nun vorbehalten, den 11:11-Ausgleich zu erzielen und die Partie war wieder völlig offen. Knapp drei Minuten später war es dann soweit. Nina Fischer erzielte die erste Führung für Ihre Farben zum 13:12 (24.). Doch Waiblingen konterte und ging noch zweimal selbst in Führung. Kurz vor der Pause übernahm die TGN dann erneut die Führung und ging mit einem knappen 18:17 in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel folgte dann die beste Nürtinger Phase. Zwar erzielte Caren Hammer mit dem ersten Treffer der zweiten Hälfte zunächst noch den Ausgleich, aber drei Treffer in Serie brachten der TGN eine erste Drei-Tore-Führung und nötigte Gästecoach Andersson bereits nach fünf Minuten eine weitere Auszeit. Jedoch ohne große Wirkung. Die Tigers schienen verunsichert, der Nürtinger Abwehr-Torwart-Verbund hielt den Waiblinger Angriff in Schach und die TGN zog unaufhaltsam davon. Beim 26:20 in der 45. Spielminute betrug der Vorsprung sechst Tore und es bahnte sich ein sicherer Sieg der Heimmannschaft an. Doch Waiblingen steckte keineswegs auf. Andersson verpasste Verena Breidert eine kurze Deckung und auch die restliche Abwehr agierte deutlich offensiver. Und das mit Erfolg. Die Ballgewinne verwandelte vor allem die in der Auszeit kurz zuvor eingewechselte Monika Odrowska durch blitzsaubere Rückraumtreffer oder einen ihrer sechs sicher verwandelten Strafwürfe. Und so dauerte es nicht einmal vier Minuten und durch vier Treffern in Serie war der schöne Vorsprung dahin und Waiblingen witterte Morgenluft (26:24, 50.). Die letzten zehn Minuten waren nichts für schwache Nerven, die Stimmung in der Halle war prächtig. Verena Breidert erlöste ihre Farben zum 27:24 und Nürtingen hielt bis fünf Minuten vor Schluss den Drei-Tore-Vorsprung (29:26, Schuhknecht). Dann ging es in die Crunch-Time und es wurde spannend. Erst Lea Gruber und dann erneut Monika Odrowska mit ihrem sechsten verwandelten Strafwurf brachte Waiblingen auf einen Treffer heran. 2:15 Minuten vor Schluss nahm Stefan Eidt seine letzte Auszeit. Nina Fischer war es dann vorbehalten, zur Matchwinnerin zu werden. Eine Minute zwanzig Sekunden vor Schluss netzte sie aus spitzem Winkel zum vorentscheiden 30:28 ein. Der letzte Waiblinger Angriff wurde abgefangen und der abschließende Treffer zum Endstand erneut durch Nina Fischer sorgte für kollektiven Jubel auf Seiten der TG Nürtingen.

Mit diesem Sieg distanziert sich die TG Nürtingen weiter von den Abstiegsrängen und geht auf Rang zehn in das spielfreie Wochenende. Die nächste Partie bestreit die TGN beim SV Werder Bremen, die derzeit den ersten Abstiegsrang belegen.

TG Nürtingen: van de Polder, Hesel, Lukau; Kunicke, Fischer (9/1), Wieder, Cleve (1), Schuhknecht (6), Breidert (10/4), Siller, Quattlender (4), Bauer (3), Treusch (2)

VfL Waiblingen: Hoogenboom, Waldenmaier; Nagler (1), Teixeira da Silva, Dirmeier, Gruber (4), Hagen, Hammer (3), Odrowska (11/6), de Bellis (3), Hojczyk (1), Welter (5)

Zeitstrafen: Cleve, Schuhknecht, Breidert, Treusch – Dirmeier, Hammer, de Bellis

Schiedsrichter: Kuschel/Senk (Mannheim)

 

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VfL Waiblingen