2. Bundesliga, Frauen:

TG kann den Sack nicht zumachen

Es war klar, dass die Auswärtspartie in Bremen für die TG Nürtingen nicht einfach würde. Nach der deutlichen Niederlage in eigener Halle im Hinspiel wollte die Turngemeinde dieses Mal die Punkte für sich beanspruchen. Allerdings war der SV Werder Bremen ebenfalls auf Zählbares aus, denn wie bei der TG Nürtingen ist der Klassenerhalt für die Mannschaft von der Weser noch nicht in trockenen Tüchern. Nach einem höchst dramatischen Finale und allen Chancen der TG Nürtingen, die den Sack nicht zumachen konnte, triumphierte Bremen schließlich mit dem 25:24 knapp und überglücklich und distanzierte sich damit noch etwas von den Abstiegsrängen.

Am Ende fehlte die Wurfpräzision

„Wenn uns in den letzten sechs Minuten der Ausgleich gelingt, kippt die Partie zu unseren Gunsten,“ folgerte TG- Trainer Stefan Eidt nach einem höchst turbulenten Verlauf der Schlussminuten der Partie. Trotz einer zunehmend ruppigen Gangart der des SV Werder war die TG drauf und dran noch die Wende herbeizuführen. „Wir sind dann aber vor allem an unserer Wurfpräzision gescheitert, denn drei Aluminiumtreffer verwehrten uns letzten Endes den Erfolg.“ Zudem hatte die TGN insgeheim auf den einen oder anderen Siebenmeter gehofft, der ihnen aber in dieser Phase nicht zugesprochen wurde.
Niemand hätte geglaubt, dass sich nach den Anfangsminuten noch eine solch dramatische Finalphase einstellen würde. Bremen überrumpelte die TG Nürtingen in den Anfangsminuten förmlich und schien auf dem besten Wege den Hinspielerfolg zu kopieren. Beim Stande von 7:3 (Osterthun, 11.) sah sich Eidt gezwungen die erste Auszeit zu nehmen. Heidergott aus dem Rückraum und Osterthun vom Kreis hatten der TG Nürtingen mit ihren Treffern gehörig die Suppe versalzen, während bei der TG Nürtingen noch die Torproduktion stockte.

TG Nürtingen kommt in Fahrt

Anschließend kam die TG Nürtingen aber immer besser in Fahrt. Mit einer stabileren Abwehr gewann auch die Offensive an Durchschlagskraft. Belohnt wurde die Turngemeinde schließlich in Form des Ausgleichs zum 9:9 (20.) durch Lea Schuhknechts vierten Treffer. Als dann auch noch Verena Breidert beim 10:11 (24.) mit der gleichen Anzahl aufwartete kehrte bei der TG Nürtingen wieder Zuversicht ein. Allerdings schlichen sich bei der TGN dann wieder kleine Abschlussschwächen ein, die von Bremen dankbar genutzt wurden. Bis auf 15:12 setzte sich der SV Werder durch Linksaußen Otto (29.) ab. In letzter Sekunde der ersten Spielhälfte gelang aber Benitta Quattlender für die TG Nürtingen noch der Anschlusstreffer zum 15:13, der weitere Hoffnungen des TG- Anhangs nährte.

Dass diese aber zu Beginn des zweiten Durchgangs wieder etwas gedämpft wurden, lag zum einen an Bremens Rückraumshooterin Heidergott und zum anderen an der fehlenden Ordnung im TG-Spiel. „Der Anfang der zweiten Halbzeit geriet bei uns etwas zu hektisch,“ analysierte Eidt die kurze Phase nach dem Seitenwechsel, in der seine Mannschaft noch die Orientierung suchte. Trotz guter Ansätze geriet die Turngemeinde immer wieder mit einigen Toren in Rückstand, weil im Abschluss die Zielgenauigkeit fehlte. „Zweiundzwanzig Fehlwürfe hatten wir insgesamt zu verzeichnen,“ stellte Eidt als gravierendste Ursache für diese Rückstände fest. Mit dem 23:19 (Otto, 43.) festigte Bremen die Anwartschaft auf den Sieg.

TG Nürtingen setzt Reserven frei

Dem hatte die TG Nürtingen aber noch etwas entgegen zu setzen. Angeführt von Verena Breidert, die mit drei Treffern den Anschluss zum 24:22 (47.) herstellte, setzte die Turngemeinde letzte Reserven frei und kam erneut durch einen von Breidert verwandelten Siebenmeter sogar auf 24:23 (50.) heran. Nun wurde die Partie regelrecht turbulent. „Wir sind zunehmend hektisch geworden,“ befand Werder-Trainer Buttig. Seine Mannschaft sah sich von der TGN deutlich in die Defensive gedrängt und agierte deutlich ruppiger. Trotz zweimaliger Überzahlsituation für die TG Nürtingen konnte die TGN daraus aber kein Kapital schlagen. Nach dem 25:24 Anschluss (53.) durch Schuhknecht gelang der Turngemeinde kein weiterer Treffer, denn Torhüterin Andresen und das Aluminium des Bremer Gehäuses verhinderten weitere Erfolge. Statt eines möglichen Sieges blieb der TG Nürtingen am Ende knapp und unglücklich das Nachsehen. Damit muss die TG Nürtingen die Sicherung des Klassenerhalts verschieben. Gegen die SG Gedern/Nidda am nächsten Wochenende könnte dies aber in der Theodor-Eisenlohr-Sporthalle vollzogen werden.

SV Werder Bremen – TG Nürtingen 25:24 (15:13)
SV Werder Bremen: Andresen, Meyer, Anschütz; Heidergott (7), Döpke, Thomas (3), Mehrtens, Janssens, Heinrich (1), Neßlage (2), Osterthun (2), Selmeci (1), Barger (2), Otto (7/2)

TG Nürtingen: Hesel, Lukau; Kunicke, Fischer, Wieder (2/1), Cleve (3), Schuhknecht (9), Breidert (8/2), Siller, Quattlender (2), Bauer, Treusch

Schiedsrichter: Tolga Karamuk / Nikos Seliger (Berlin)

Zeitstrafen: Heidergott, Neßlage (2), Osterthun – Cleve

Zuschauer: 300

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SV Werder Bremen