2. Bundesliga, Frauen:

TG Nürtingen in Herrenberg auf verlorenem Posten

Eigentlich ging es in diesem Derby um nichts mehr. Sowohl die TG Nürtingen als auch Herrenberg hatten mit Abstieg und Meisterschaft nichts mehr zu tun. Dennoch geriet die nachbarschaftliche Auseinandersetzung zu einer engagierten und spannenden Vorstellung, die erst gegen Ende die TG Nürtingen auf verlorenem Posten sah und zu einem klaren 25:19-Arbeitssieg für Herrenberg führte.

Es ist in diesen württembergischen Duellen zwischen der SG H2Ku und der TG Nürtingen schon gute Tradition, dass vor allem die Abwehrreihen hervorstechen. Darauf hob auch Stefan Eidt in seiner Analyse ab, der vor allem mit der Offensivleistung seiner Mannschaft nicht so richtig zufrieden war. „Wir haben unterm Strich zu viele Fehlwürfe gehabt“, bemängelte er dazu. Ebenfalls zur Gepflogenheit gehört für die TG Nürtingen, dass sie mit der Verwandlung von Siebenmetern in Herrenberg so ihre Probleme hat. Diesmal war es aber nicht Monika Lide, die den TG-Werferinnen den Erfolg verwehrte, sondern Dora Ebert, die der TG Nürtingen zwei Mal das Nachsehen gab. Ganz ausschlaggebend für den Erfolg der „Kuties“ war aber an diesem Abend Saskia Putzke. „Ich habe Saskia zur Spielerin des Abends gewählt, weil sie im Angriff mit ihrer Geschwindigkeit und eins gegen eins Qualität aus dem Kollektiv herausgestochen hat und uns auch in der Abwehr mit ihrem offensiven Spiel in Bedrängnis gebracht hat“, kennzeichnete Stefan Eidt die Hauptursache für die Entscheidung zu Gunsten der SG H2Ku. Auch Herrenbergs Trainer Leibssle stimmte dem zu und sah sie als „entscheidend“ . In bester Zusammenarbeit mit Lea Neubrander entfachte Putzke einen Angriffswirbel, dem die TG Nürtingen doch etwas nachstand.

„Wir waren am Anfang einfach von der Grundstimmung her nicht wirklich präsent“, analysierte Eidt den Einstieg seines Teams in diese Partie. Während Herrenberg entschlossen loslegte und jede Gelegenheit zum Torwurf nutzte, wirkte die TG Nürtingen etwas nervös und gehemmt und kam nur sehr schwer in Tritt. Nur Lea Schuhknecht war bei ihrem Treffer zum 1:1 (2.) ähnlich fokussiert wie die „Kuties“. Unversehens sah sich die TGN mit 1:5 (Neubrander, 6.) im Rückstand. Dann besann sich die Turngemeinde aber eines Besseren und legte vor allem über eine starke Abwehrleistung mächtig zu. „Wir waren dann auch im Angriff konsequenter und mit mehr Zug“, stellte Eidt zu den folgenden Aktionen seiner Mannschaft fest. Beflügelt von den Erfolgen in der Abwehr war die TG Nürtringen dann auch im Angriff fast nicht zu stoppen und beim 6:8 (Schuhknecht, 17.) erntete die TG Nürtingen den Lohn für ihre Steigerung. Mike Leibssle griff umgehend für Herrenberg zur grünen Auszeitkarte, konnte jedoch zunächst wenig an der Gästeführung ändern. Als aber Saskia Putzke so richtig auftrumpfte, wendete sich das Blatt erneut zu Gunsten der SG H2 Ku. Drei Mal innerhalb weniger Minuten versetzte sie die Nürtinger Abwehr und markierte schließlich das 12:10 (28.) für ihre Farben. Dennoch blieb die TG Nürtingen in Reichweite und hatte beim 12:11-Halbzeitstand (Schuhknecht, 29.) noch alle Chancen gewahrt.

„In der zweiten Halbzeit haben wir uns sehr schwer getan“, kommentierte Eidt die Leistung der Turngemeinde nach dem Wechsel. Obwohl die Abwehrleistung durchaus seinen Ansprüchen genügte, sah er im Angriff noch zu viele Mängel. „Wir haben freie Möglichkeiten nicht genutzt und außerdem auch noch Pech mit Latten- und Pfostentreffern“, ergänzte Eidt seine Ausführungen zu spielentscheidenden Situationen. Dem pflichtete auch Herrenbergs Mike Leibssle bei, der bei „nur acht zugelassenen Toren für Nürtingen auch Pech bei deren Würfen“ sah. Während Herrenberg die gegen Ende der ersten Hälfte gezeigte Entschlossenheit auch nach dem Seitenwechsel fortsetzte, blieb die TGN etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück. „Mir hat heute vor allem das Rückzugsverhalten meiner Mannschaft gut gefallen“, attestierte Mike Leibssle seinem Team. Mit dem schnellen Umschalten von Angriff auf Abwehr illustrierte Herrenberg die spielentscheidenden Unterschiede beider Mannschaften. „Die SG hat in der zweiten Hälfte ruhig runtergespielt und verdient gewonnen“, anerkannte Eidt die Überlegenheit der „Kuties“. Spätestens nach dem 20:15 (Neubrander, 44.) war der Widerstand der TG Nürtingen gebrochen. Mit unwiderstehlicher Sicherheit brachte Herrenberg das Spiel mit 25:19 nach Hause und untermauerte damit seine Heimstärke. Vierzehn Tage hat die TG Nürtingen nun Zeit sich zu regenerieren und sich nach dem vierten Langzeitausfall (Quattlender) für die Heimpartie gegen Trier neu auszurichten.

SG H2Ku Herrenberg: Lide, Ebert; Schröder (2), Kussmaul, Bok (1), Friedrich (1), Foth (2), Zilinskaite (1), Effinger, Neubrander (7/2), Gebhard (4), Putzke (6), Kappus (1),

TG Nürtingen: Hesel, Lukau; Kunicke (1), Fischer (2), Wieder, Cleve (3), Schuhknecht (8), Breidert (3), Siller, Bauer (1), Treusch (1)

Schiedsrichter: Lucas Hellbusch / Darnel Jansen (Darmstadt)

Zeitstrafen: Foth (2) – Cleve, Schuhknecht (2)

Zuschauer: 405

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SG H2Ku Herrenberg