Württembergliga Süd, Frauen:

TGN unterliegt unglücklich im Spitzenspiel

Es war das erwartete umkämpfte Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Auch wenn die TG Nürtingen im Spitzenspiel Erster gegen Zweiten nie richtig in Tritt kam, war zumindest ein Punkt in greifbarer Nähe. Doch nach Ablauf der Spielzeit verwandelte Weilstettens Stefanie Hotz den direkten Freiwurf zum Sieg. Mit der ersten Niederlage seit rund eineinhalb Jahren muss die TG zugleich auch die Tabellenführung abgeben.

Von Stephanie Wachtarz

Ideal waren die Bedingungen für das Spitzenspiel gegen den TV Weilstetten im Vorfeld nicht: Clea Dürner musste krankheitsbedingt kurzfristig komplett passen, ob Abwehrchefin Stephanie Wachtarz überhaupt würde mitwirken können, war ebenfalls lange unklar und auch unter der Woche führten Krankheit und Blessuren nur zu einer überschaubaren Trainingsbeteiligung. Unabhängig davon war die Vorfreude groß: Beste Abwehr der Liga (TG Nürtingen) trifft auf besten Angriff der Liga (TV Weilstetten), gleichzeitig ging es um die Tabellenführung. Entsprechend sahen die Zuschauer zum ersten Mal seit Langem einen Gegner auf Augenhöhe in der Theodor-Eisenlohr-Turnhalle. Und ausgerechnet in dieser Begegnung schien Sand im Getriebe zu sein. Denn auch wenn nach knapp zehn Minuten noch ausgeglichene Verhältnisse herrschten (5:5), bestrafte sich die Abwehr aufgrund kleiner Unkonzentriertheiten häufig selbst und brachte sich damit um den verdienten Lohn ihrer insgesamt guten Arbeit. Da zeitgleich klare Torchancen ungenutzt blieben, konnte sich Weilstetten peu a peu erst auf zwei (6:8, 14.), dann auf vier (8:12, 21.) und schließlich gar auf sechs Tore (8:14; 23.) absetzen. Zusätzlich geschwächt durch Zwei-Minuten-Strafen, kämpfte sich die Turngemeinde trotzdem wieder heran und war zur Halbzeit dank des Treffers von Nele Hennig zum 14:16 zurück im Spiel.

Nachdem auch die Anfangsminuten des zweiten Durchgangs mit weiteren Zeitstrafen für die TG begannen, konnte die Gäste ihrerseits wieder vorlegen (16:20, 36.). Sarah Molner mit zwei Treffern sowie abermals Nele Hennig und Luisa Allgaier sorgten dafür, dass Nürtingen das Spiel weiter offen gestalten konnte (20:21; 42.). Dennoch zogen sich die Unkonzentriertheiten in Angriff und Abwehr an diesem Sonntagnachmittag wie ein roter Faden durch das Spiel der Turngemeinde. Da Weilstetten diese Fehler zu seinem Vorteil nutzte, gelang es der Zweitliga-Reserve nicht, das Spiel komplett zu drehen, auch wenn sich ab der 47. Minute ein offener Schlagabtausch entwickelte als Allgaier zum ersten Mal zum Ausgleich traf (25:25). Beide Mannschaften schenkten sich in den letzten zehn Minuten nichts mehr, was dazu führte, dass sich kein Team absetzen konnte (27:27, 53.). Da sich in dieser Phase auch die Torhüter der beiden Kontrahenten auszeichnen konnten, fiel die letzten sechs Minuten lang überhaupt kein Tor mehr (28:28). Dabei hatte der TV in seinem letzten Angriff und zwei Minuten Zeit den Führungstreffer zu erzielen. Stattdessen spielten die Gäste die komplette Zeit clever runter. Ein leistungsgerechtes Unentschieden prangte auf der Anzeigentafel und hätten auch beide Mannschaften wohl dankend angenommen, als TV-Spielmacherin Stefanie Hotz zum direkten Freiwurf antrat – und diesen zum Entsetzen der Nürtingerinnen auch noch verwandelte. Während Weilstetten ausgelassen Sieg und Tabellenführung feierte, war die Turngemeinde sichtlich geschockt. Mit der knappen Niederlage geht gleichzeitig auch eine lange Siegesserie zu Ende: Seit rund eineinhalb Jahren hatte die Bundesligareserve kein Punktspiel mehr verloren. Dass es die erste Niederlage ausgerechnet im Spitzenspiel und auf diese Weise setzte, war natürlich doppelt bitter. Dennoch darf im TG-Lager nicht lange getrauert werden: Schon am nächsten Wochenende steht das nächste Top-Duell an – dieses Mal gegen den Tabellendritten, die HSG Deizisau-Denkendorf.

TG Nürtingen 2: Weiß, Girnstein; Molner (4), Gaber, Allgaier (4), Lalucis (2), Wachtarz (2), Fischer, Härtl (5), Niedzielan, Eisenbraun, Hennig (11/5)

TV Weilstetten: Falter, Petrovic; Pekdag, Herre (2), Fischer (5), Hotz (10/2), Bengel (5/2), Fritz (2), Haug, Fuhrman (4), Bartz (1), Walter

Schiedsrichter: Paul Berger (HSG Gablenberg-Gaisburg), Giuseppe Tona (TV Brenz)

Zeitstrafen: Molner, Allgaier, Wachtarz, Fischer, Hennig – Herre, Hotz (2)

Siebenmeter: 7/5 – 6/4