2. Bundesliga, Frauen:

TG durch Aussetzer auf verlorenem Posten

Eine zehnminütige Schwächephase brachte die TG Nürtingen beim Gastspiel in Zwickau auf die Verliererstraße. Zwanzig sehr starke Minuten in der ersten Halbzeit reichten nicht aus, um den BSV Zwickau zu besiegen. Mit dem entscheidenden Plus an Durchschlagskraft gleich nach dem Seitenwechsel sicherte sich Zwickau am Ende noch einen deutlichen 34:27 Erfolg.
Zwickaus Norman Rentsch bewertete als entscheidend, dass „wir uns eine sehr gute Physis erarbeitet haben und deshalb immer noch etwas zulegen können.“ Er hob damit auf die Vorgänge nach dem Seitenwechsel ab, bei denen sich seine Mannschaft von einer ganz anderen Seite präsentierte. Zehn Minuten setzte der Spielfluss bei der TG Nürtingen aus. Dies genügte dem BSV um unaufhaltsam davon zu stürmen und mit 21:16 die Weichen auf Sieg zu stellen. „Wir haben uns in den letzten vier bis fünf Monaten zu allem anderen auch eine starke Willenskraft erarbeitet, die in dieser Phase besonders zum Tragen kam,“ lobte Rentsch seine Mannschaft, die in dieser Zeitspanne vor Entschlossenheit strotzte.

TG Nürtingen überrascht den Tabellenvierten

Begonnen hatte die TG Nürtingen ausgezeichnet. Mit einer beweglichen und aufmerksamen Abwehr ließ die Turngemeinde die Angriffe des BSV Zwickau des Öfteren ins Leere laufen. Gelichzeitig überraschte die Turngemeinde die Gastgeberinnen mit hoher Effizienz im Angriff. Trotz einer ebenfalls starken Abwehrleistung musste Zwickau der TGN zunächst mit 3:6 (14.) den Vortritt lassen. Eine Auszeit von Zwickaus Trainer Normen Rentsch und anschließend die Einwechslung von Katarina Pavlovic brachte dann aber eine kleine Wende zu Gunsten der Gastgeberinnen. Mehr als den Ausgleich zum 12:12 (29.) gestattete ihr die äußerst gut postierte Abwehr der TG Nürtingen jedoch nicht. „Ich weiß um die besonderen Qualitäten von Katarina Pavlovic, die in einem Spiel schon mal was reißen kann,“ erläuterte schmunzelnd Norman Rentsch seine Maßnahmen, die langsam zu greifen begannen. Etliche Zwickauer Zuschauer waren zu diesem Zeitpunkt glücklich über das Unentschieden und würdigten die Leistung der TG Nürtingen mit dem Kommentar, „dass doch jetzt schon gerne Schluss sein dürfte.“

Einbruch bei der TGN

„Uns sind nach der ersten intensiven Halbzeitdeutlich die Kräfte geschwunden,“ befand Stefan Eidt bei der Pressekonferenz zur Leistung seiner Mannschaft. Aufgrund der hohen Beanspruchung nahm Eidt nach der Pause einige personelle Veränderungen vor. „Zwickau hat uns mit sehr hoher Variabilität kurzzeitig überrollt und den entscheidenden Vorsprung herausgearbeitet,“ setzte der TG-Coach noch fort. Gleichzeitig hatte Norman Rentsch in der Kabine wohl beste Arbeit geleistet. „Wir standen in der Abwehr noch besser und sind dadurch das eine oder andere Mal zum Tempogegenstoß gekommen und haben unsere Chancen effizienter genutzt,“ führte Rentsch zu diesem Spielabschnitt aus. „Die hohe Variabilität im Angriff des BSV Zwickau hat uns entscheidend zurückgeworfen,“ pflichtete ihm Stefan Eidt bei. Das 22:17 (Nagy, 41.) legte beredtes Zeugnis davon ab.
Vor allem Rechtsaußen Fabienne Kracht nutzte ihre Chancen ohne zu zögern. Aber auch die Nebenleute von Pavlovic gewannen zunehmend an Sicherheit beim Torwurf. Mit Rösike auf der Spielmacherposition und Nagy auf Halblinks und später Klara Schlegel auf Halbrechts traten weitere Spielerinnen, getragen vom gesamten Aufwind im Zwickauer Team, sehr deutlich in Erscheinung. Obwohl die TG Nürtingen noch einmal zurückkam, ließen die Gastgeberinnen keinen Zweifel daran, wer am Ende den Platz als Sieger verlassen sollte. Neuneinhalb Minuten vor Spielende weckte Lisa Wieder mit ihrem Treffer zum 27:24 noch einmal kleine Hoffnungen im Nürtinger Lager. Allerdings hatte Zwickau noch genügend Reserven, um etwas zuzulegen. Während vor allem bei Toptorjägerin Selmeci auf Seiten der TG Nürtingen langsam aber sicher die Kräfte schwanden, fanden Zwickauer Würfe häufiger ins Ziel. Nach einer überzeugenden Vorstellung in der Abwehr unterstrich Lenya Treusch mit ihrem Tor zum 27:34, dass sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der TGN geworden ist, konnte aber an der deutlichen Niederlage nichts mehr ändern. Zwei Wochen hat die TG Nürtingen nun Zeit, um bis zum nächsten Spieltag in Melsungen (Kirchhof) weiter an sich zu arbeiten und sich zu stabilisieren.

BSV Sachsen Zwickau: Szott; Rösike (2), Kracht (6), Pavlovic (11/8), Bolze (1), Felsberger (1), Nagy (5), Stojkovska (1), Schlegel (7), Pester, Ertl

TG Nürtingen: van de Polder, Hesel; Kuhrt, Fischer (2/1), Wieder (3), Cleve (1), Schuhknecht (2), Welser (1), Siller (3), Selmeci (13/3), Klotzbücher, Bauer (1), Treusch (1)

Schiedsrichter: Lukas Müller / Robert Müller (Neubrandenburg/ Potsdam)

Zeitstrafen: Rösike, Bolze – Selmeci (2)

Zuschauer: 450

Homepage Gegner:

BSV Sachsen Zwickau