2. Bundesliga, Frauen:

TGN verliert unglücklich in Kirchhof

Eine denkbar knappe und unglückliche Niederlage hatte die TG Nürtingen bei ihrer Heimreise aus Melsungen im Gepäck. Der Einstand geriet der TGN zunächst glänzend. Denn zehn Minuten lang legten die Schützlinge von Stefan Eidt stets vor. Danach war die Turngemeinde lange Zeit zumindest ebenbürtig, musste am Ende aber gegen die SG 09 Kirchhof bei der 26:28-Niederlage die Waffen strecken.

„Es wäre wieder mal etwas mehr drin gewesen,“ formulierte Stefan Eidt in seiner ersten Stellungnahme. „Kirchhof hatte mit der etwas größeren Bank und mit Sina Ritter am Ende die entscheidenden Quäntchen in die Waagschale zu werfen, die für den glücklichen Sieg verantwortlich zeichneten“, führte Eidt weiter aus. In der Tat hatte Kirchhof mit der letztjährigen Torschützenkönigin der Liga Diana Sabljak und Sina Ritter, die letzte Saison noch für Erstligist Bad Wildungen unterwegs war, die ausschlaggebenden Akteurinnen aufzuweisen.
In beeindruckenden ersten zehn Minuten, in der die TG Nürtingen stets vorlegte und mit einer starken Abwehr aufwartete, hatte Kirchhof große Mühe Schritt zu halten. Dank Diana Sabljak, die mit neun Toren, Siebenmeter eingeschlossen, die auffälligste Akteurin in der ersten Halbzeit war, konnte die SG aber dann den Spieß umdrehen. Während bei der TGN vereinzelt Aktionen misslangen, drehte Kirchhof auf und sicherte sich zum Seitenwechsel eine 16:13-Führung.

TG Nürtingen mit beeindruckender Moral

Im zweiten Durchgang ließen Sabljaks Kräfte zwar zunehmend nach, dafür sprangen aber ihre Kolleginnen in die Bresche. Allen voran Sina Ritter, die mit energischen Eins-gegen-Eins-Aktionen für entscheidende Tore sorgte. Die TG Nürtingen ließ sich davon aber nicht beeindrucken und hielt munter dagegen. Beim Stande von 22:22 (Wieder, 45.) war die TG Nürtingen wieder voll auf der Höhe des Geschehens. Allerdings gelang es der TGN nicht nach der dritten Zeitstrafe für Kavaliauskaite und deren Ausscheiden Kapital zu schlagen. „Wir hätten in Überzahl effektiver handeln müssen, kann meiner Mannschaft aber in kämpferischer Hinsicht keine Vorwürfe machen“, merkte Eidt zur Präsentation seiner Mannschaft an. Obwohl sie mit Lisa Wieder eine durchbruchstarke Offensivkraft aufwies, konnte die Turngemeinde nicht größeres Kapital daraus schlagen. Die vorentscheidende Situation dann zur Hälfte des zweiten Durchgangs: Julia Bauer hatte in der Abwehr einen Ballgewinn verzeichnet und zum Tempogegenstoß angesetzt, wurde aber kurz vor der Mittellinie einfach umgerissen. Statt der sonst üblichen Zeitstrafe fiel die Ahndung für diese Aktion der SG aber aus. Bauer dagegen musste knapp eine Minute später für ein „Allerweltsfoul“ vom Platz.
Das spielte vor allem Ritter in die Karten, die den vorhandenen Raum nutzte und mit Eins-gegen-Eins-Durchbrüchen entscheidende Tore für die Gastgeberinnen erzielte. Bei ihrem fünften Treffer zum 24:22 (53.) schien die Vorentscheidung gefallen. Doch die TG Nürtingen kam noch einmal zurück und durch Lisa Wieder zum 24:24-Ausgleich (55.). Zwei Fehlwürfe in Folge brachten die Turngemeinde jedoch wieder ins Hintertreffen und mit dem Doppelschlag zum 28:25 (58./59.) stellte Mariel Stefanie Breugels die Weichen auf Sieg für die SG 09. Sekunden vor dem Abpfiff gelang Nina Fischer zum 28:26-Endstand.

Obwohl das Ende dieser Partie für die TG Nürtingen denkbar unglücklich ausfiel, hat die Turngemeinde sich mit einer positiven Einstellung präsentiert, die für das nächste Heimspiel gegen Herrenberg am kommenden Freitagabend viel erwarten lässt.

SG 09 Kirchhof: Siggaard, Küllmer, Zuzic; Lucas (1), Breiding, Schaffrick (4), van der Linden, van de Weil, Sabljak (12/6), Beugels (3), Kavaliauskaite (2), Ritter (6), Immelnkämper

TG Nürtingen: van de Polder, Hesel; Fischer (3), Wieder (7), Cleve (2), Schuhknecht (3), Welser (1), Siller (2), Selmeci (6/3), Klotzbücher, Bauer (1), Treusch

Schiedsrichter: Pawel Fratczak/Paulo Ribeiro (Stutenseee/ Linkenheim-Hochstetten)

Zeitstrafen: Breiding, Schaffrick (2), Kavaliauskaite (3, rote Karte) – Cleve, Bauer (2), Treusch

Zuschauer: 471

Homepage Gegner:

BSV Sachsen Zwickau