2. Bundesliga, Frauen

„Es wäre durchaus mehr drin gewesen“

Mit schlussendlich acht Feldspielerinnen traten die Nürtinger Zweitligahandballerinnen zum Saisondebüt in der Charlottenburger Sporthalle bei den Spreefüxxen Berlin an. Mit dabei waren die angeschlagenen Delia Cleve und Verena Breidert, während die aus beruflichen Gründen individuell geplante Anreise von Nina Fischer an einer Flugverspätung scheiterte und Trainer Stefan Eidt somit auf sie verzichten musste.
Die Gäste vom Neckar starteten konzentriert in die Partie und agierten in der Anfangsviertelstunde verstärkt über den Kreis. Daraus resultierend kam die TGN immer wieder zu Abschlüssen oder Strafwürfe zugesprochen. Somit erzielte Lisa Wieder die ersten beiden Tore von der Linie (4.), während auf der Gegenseite die Spreefüxxe ihren ersten Strafwurf vergaben. Doch auch die Berlinerinnen hatten in der Achse Rückraum Mitte – Kreis ihre stärkste Angriffswaffe, die die ansonsten gutstehende TGN-Abwehr über die gesamten 60 Minuten nie richtig in den Griff bekam. Beim 4:3 durch Samira Krakat gingen dann die Gastgeberinnen erstmals in Führung (8.) und zogen schnell auf drei Tore davon (8:5, 15.). Das Nürtinger Angriffsspiel war in der Phase „schludrig und wir haben dann zuviele Kontertore kassiert, die weh getan haben“, so Trainer Stefan Eidt. Doch er lobte auch das mannschaftlich geschlossene und kämpferische Auftreten seiner Mannschaft über die gesamte Spieldauer und beim 8:8 durch Verena Breidert war der Ausgleich umgehend wieder geschafft (18.). Doch die Spreefüxxe legten weiter vor. Drei Treffer in Folge zum 11:8 brachten den alten Vorsprung für Berlin. Vier Minuten vor der Halbzeit verriegelte die TGN dann ihr Tor und drehte die Partie. Durch einen mit der Pausensirene erneut verwandelten Strafwurf durch Lisa Wieder ging die TG Nürtingen sogar mit einer 12:13-Führung in die Kabine.

Doch die Eidt-Truppe kam schlecht aus der Pause. Zu schnell wurde das Kreisanspiel gesucht oder andersweitig Ballverluste produziert, die umgehend in schnelle Gegentore mündeten. Fünf Treffer in Folge brachten den Füchsen eine komfortable 19:14-Führung (39.). Da half auch eine Auszeit von TGN-Coach Stefan Eidt nicht viel. Doch seine Mannschaft steckte nicht auf. Zwei Treffer von Lenya Treusch sowie einen durch Verena Breidert stellten den Anschluss wieder her (44.) und nötigte dem neuen Berliner Coach Goncalo Neto da Silva Miranda eine Auszeit ab. Und die TGN hatte sogar die Chance auf den Anschluss. Doch nach zuvor fünf erfolgreichen Versuchen scheiterte Lisa Wieder beim Strafwurf und Berlin blies zur Schlussoffensive. Das 22:18 durch Berlins erfolgreichste Torschützin Vanessa Magg (55.) war dann die Vorentscheidung zum 23:19-Sieg der Gastgeberinnen.

„Vor dem Spiel war nicht unbedingt mit Punkten zu rechnen, nach dem Spiel muss ich sagen, es wäre mehr drin gewesen“, so Eidt nach dem Spiel. „Wir haben den Berliner Positionsangriff eigentlich ganz gut verteidigt, aber phasenweise schludriger Angriff und mangelndes Rückzugsverhalten haben den Ausschlag zugunsten der Füchse gegeben. Vielleicht haben wir am Schluss aber auch nicht mehr so wirklich an einen Erfolg geglaubt“. Und so bleibt die Erkenntnis, dass wenigsten alle Spielerinnen verletzungsfrei geblieben sind und man sich kommende Woche auf den Heimspielauftakt gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch vorbereiten kann.

Füchse Berlin: Faßold; Krüger, Kolosove (4), Ansorge (2), Krakat (1), Kunde (1), Momot, Humer, Wagenlader (2), Schwarz (2), Förster (4), Magg (7)

TG Nürtingen: Hesel, Lukau; Kunicke, Wieder (7/5), Cleve (1), Breidert (6/1), Siller, Quattlender (1), Bauer (2), Treusch (2)

Zeitstrafen: Wagenlader (2) – Cleve (2)

Schiedsrichter: Fabian Friedel / Rick Herrmann

Zuschauer: 211